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30. April Youtube-Reihe über Kriegerdenkmäler

Studienleiter Stephan Linck hat das Corona-Homeoffice über Ostern verlassen, um an der frischen Luft zu arbeiten. Entstanden ist eine kleine Filmreihe, in der er Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein vorstellt. Ab heute zeigen wir jeden Donnerstag eine neue Folge bei You tube > und Facebook > 

Die Evangelische Akademie der Nordkirche setzt sich in ihrem Aufgabenbereich Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit> seit vielen Jahren kritisch mit der bestehenden Erinnerungskultur auseinander. So stellt die Website "denk-mal-gegen-krieg.de" Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vor und informiert über Hintergründe der Denkmäler, die mal auf kommunalem und mal auf kirchlichem Grund errichtet wurden und meist von gepflegtem Grün umgeben sind.

Spätestens nach dem Ersten Weltkrieg wurde es üblich, der toten Soldaten in Deutschland mit Kriegerdenkmälern oder Ehrenmälern zu gedenken. Ihr Tod galt als ehrenvoll oder sogar heldenhaft und hatte den Sinn, das Leben für das deutsche  Vaterland hingegeben zu haben. Viele der auf den Ersten Weltkrieg bezogenen Denkmäler vermittelten die Forderung an die nachfolgenden Generationen, die Niederlage von 1918 durch eine Revanche wieder gutzumachen. Nach 1945 wurden diese Anlagen um ein Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkriegs ergänzt, ohne die Sinnzuschreibungen der bisherigen Denkmäler zu korrigieren.

Im Ergebnis wird dort meist nicht um Tote getrauert, sondern eine nationalistische und militaristische Heldenverehrung fortgeschrieben. Die soldatischen Tugenden Pflichterfüllung, Ehre und Treue, die seit Jahrhunderten dabei helfen, nationale Interessen gewaltsam durchzusetzen, werden dankbar gelobt. Erst vereinzelt beginnen Gemeinden und Kommunen, durch ergänzende Tafeln auf die Opfer deutscher Eroberungs- und Vernichtungspolitik hinzuweisen.

Denkmal-Team bei der Arbeit: Stephan Linck und Kollegin Marlise Appel

Diese Ehrenmäler sind jedes Jahr zum Volkstrauertag der Ort, an dem der Toten der Weltkriege gedacht wird – heute oft verbunden mit Aufrufen, sich für den Frieden einzusetzen. Wenn die Reden gehalten sind, senden die Denkmäler weiter ihre unheilvollen Botschaften.

Das Projekt ''Denk mal gegen Krieg''> der Evangelischen Akademie der Nordkirche dokumentiert viele dieser Denkmäler und fördert Initiativen zur Umgestaltung oder Kontextualisierung von Kriegerdenkmälern.