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Veranstaltungen

11. Juli 2019, 19.00 Uhr
18055 Rostock, Universitäts-Hauptgebäude, Hörsaal 323

Warum der Antisemitismus nicht nur irgendein Rassismus ist

Verschwörungsmythen und Bedrohungsängste


In Kooperation mit der Theologischen Fakultät der Universität Rostock

Anmeldung nicht erforderlich

Die Teilnahme ist kostenlos

Erst Angst, dann Hass – das ist, was antisemitische Verschwörungsvorwürfe bewirken. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg, spricht in diesem Zusammenhang von Verschwörungsmythen, nicht von Verschwörungstheorien. Denn Theorien sind wissenschaftlich überprüfbare Erklärungen, Verschwörungsgläubige vertreten jedoch keine überprüfbaren und ggf. widerlegbaren Theorien, sondern Mythen. Verschwörungsmythen wiederum tragen entscheidend zur Dynamisierung des Antisemitismus bei, der ohnehin nicht nur "irgendein" Rassismus ist: Als Wahn und Weltbild gleicht er eher einer Weltreligion mit dunklen Mythen über die Weltherrschaft des vermeintlich Bösen. "Antisemitismus bedroht uns alle. Es gilt, ihn in seinen tiefsten Wurzeln zu verstehen – und endlich zu überwinden".

Dr. Michael Blume ist nach einer Banklehre vom Studium der Volkswirtschaftslehre in die Religionswissenschaft und Politikwissenschaft gewechselt. Nach seinem Magisterabschluss war er ab 2003 als Referent für den Dialog mit den Muslimen, später als Leiter des Referats "Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten und Projekte Nordirak" im Staatsministerium Baden-Württemberg tätig, 2006 ist er an der Universität Tübingen mit einer Arbeit zum Thema "Neurotheologie – Chancen und Grenzen aus religionswissenschaftlicher Perspektive" promoviert worden. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Michael Blume bekannt, als er in seiner Funktion als Leiter der "Projektgruppe Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak" 2015-16 mehr als 1100 vornehmlich jesidische Frauen und Kinder, die Opfer des sog. "Islamischen Staats" geworden waren, aus dem Irak nach Deutschland evakuierte. Im März 2018 hat das Kabinett auf Vorschlag des Ministerpräsidenten (und mit der Empfehlung der jüdischen Gemeinden) den Religionswissenschaftler zum Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg ernannt.

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