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Aktuelles

13. August 2021, 17.00 Uhr - 15. August 2021, 14.00 Uhr
25917 Leck, Nordsee Akademie, Flensburger Str. 18

Abwehr und Aneignung

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach 1945 – und heute? | 14. Landesgedenkstättentagung Schleswig-Holstein


Akademie-Studienleiter/in: Dr. Stephan Linck>

In Kooperation mit der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, der LAG Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein, dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein und dem Landeskulturverband Schleswig-Holstein

Tagung

Teilnahmegebühr: 99 Euro, ermäßigt 49 Euro für Ehrenamtliche, 29 Euro für Schüler/innen, Studierende u.a.

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Anmeldung erforderlich >

Die Rezeption der Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus umfasst heute bereits über 75 Jahre. Die ‚zweite Geschichte‘ der NS-Zeit nach 1945, die Geschichte unterschiedlichster Formen der Wahrnehmung und Auseinandersetzung, bewegte sich zwischen den Polen ‚Abwehr‘ und ‚Aneignung‘: Schweigen, Verdrängen, Leugnen und Bagatellsierung waren von Anfang an im Kampf mit Aufklären, Gedenken, Erinnern und tagesaktueller geschichtspolitischer Ausbuchstabierung der Bedeutung dieser Vergangenheit.

Die Landesgedenkstättentagung rückt diesen langen, oft skandalösen und windungsreichen Weg seit dem Zusammenbruch der Hitler-Diktatur in den Mittelpunkt. Sie beleuchtet unterschiedliche Pfade der (Nicht-)Auseinandersetzung: von der Suche nach NS-Tätern und deren mühsamer strafrechtlicher Aburteilung über die Geschichte von Verfolgtengruppen bis hin zu den Fragen biografischer Motivation in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten und des Generationenwandels im Umgang mit Nationalsozialismus, Völkermord und Vernichtungskrieg.

Der lange mehrheitlich beschwiegenen und verdrängten ‚Last der Geschichte‘ folgte eine intensive, häufig bürgerschaftlich und wissenschaftlich initiierte öffentliche Vergangenheitsklärung – bis zu Debatten um die „Lust an der Schuld“ (Antonia Grunenberg) und einem „neuen Unbehagen an der Erinnerungskultur“ (Aleida Assmann) sowie jüngsten rechtsradikalen Angriffen auf das etablierte Gedenken. Dieser breite inhaltliche Horizont wird vertieft und konkretisiert mit einem Themenabend zu dem expressionistischen Maler Emil Nolde, einem besonderen Beispiel (auch) schleswig-holsteinischer NS-Geschichte und -Rezeption. Am Ende steht die Erkundung aktueller Muster und Orte von (alter und neuer) ‚Abwehr‘ und ‚Aneignung‘ etwa am Beispiel von gegenwärtiger Kontroversen um Rechtsextremismus, Migration und Rassismus.

Im Mittelpunkt der Tagung steht somit die Frage nach dem Wechselverhältnis von (veränderten) gesellschaftlichen Bedingungen und den jeweiligen Debatten um den Stellenwert der historischen Zäsur der Zeit des ‚Dritten Reiches‘.

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