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24. März 2021, 12.15 Uhr - 13.45 Uhr
Online-Veranstaltung

"Der Dichter und der Neonazi"

Was verband Erich Fried mit Michael Kühnen? || Aus der Reihe: "Viertel nach Zwölf - Hamburger Mittagsgespräche"


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Studienleiter: Jürgen Heilig >

In Kooperation mit der Buchhandlung stories!

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Seine Lyrikbände zierten die Bücherregale von nicht wenigen 68ern. In seinem Haus beherbergte er Rudi Dutschke und die RAF-Mitbegründerin Astrid Proll. Dass ausgerechnet der Dichter Erich Fried, dessen Vater von der Gestapo totgeprügelt wurde, Jahre später eine Brieffreundschaft mit dem bundesdeutschen Neonazi-Führer Michael Kühnen aus Hamburg beginnt, hätten wohl die wenigsten vermutet. Was trieb den glühenden Antifaschisten, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre,  zu einem vertrauensvollen Kontakt mit einem ausgewiesenen Holocaust-Leugner und Vernichtungsantisemiten? Naivität? Bekehrungswünsche?

 In seinem gerade erschienenen Buch dokumentiert der Publizist Thomas Wagner diese unglaublich erscheinende Geschichte, die Fragen auch für heute aufwirft: Kann man mit Rechtsextremisten reden, sie überzeugen, sie durch Dialog von ihrer Ideologie abbringen? Birgit Lohmeyer, unser zweiter Gast an diesem Tag bei "Viertel nach Zwölf", hat da ihre eigenen Erfahrungen. Die gebürtige Hamburgerin ist vor Jahren ins mecklenburgische Jamel gezogen. Doch die Idylle im Hinterland der Ostsee verwandelte sich bald unvermittelt in ein Dorf von unbelehrbaren Neonazis, die es zu ihrer "national befreiten Zone" machen wollten.

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